ZUGFeRD MINIMUM und BASIC WL sind keine gültigen E-Rechnungen
ZUGFeRD und Factur-X sind kein einzelnes Format, sondern eine Familie von Profilen mit sehr unterschiedlichem Inhalt. Zwei davon sehen im Buchhaltungsprogramm wie eine E-Rechnung aus, erfüllen die Anforderungen aber nicht — und genau die verschickt manche Software als Standardeinstellung.
Profil einer Rechnung prüfen — ohne Upload
Die Profile im Überblick
- MINIMUM — nur wenige Kopf- und Summenangaben, keine Positionen. Keine vollwertige E-Rechnung.
- BASIC WL — „without lines“: ebenfalls ohne Rechnungspositionen. Nicht EN-16931-konform, Prüfprogramme melden „keine einzige Rechnungsposition enthalten“.
- BASIC — mit Positionen, für einfache Fälle gültig.
- EN 16931 (COMFORT) — der Regelfall für B2B in Deutschland.
- EXTENDED — zusätzliche Felder für komplexe Vorgänge.
- XRechnung — deutsche Ausprägung mit Zusatzpflichten, u. a. der Leitweg-ID; Regelfall für Behörden.
Dazu kommt das alte ZUGFeRD 1.0: andere XML-Struktur, nicht EN-16931-konform, seit 2025 keine gültige E-Rechnung.
Warum das praktisch wichtig ist
Bei einer E-Rechnung ist das strukturierte XML der maßgebliche Teil. Fehlen darin die Positionen, kann der Empfänger die Rechnung nicht automatisiert prüfen und verbuchen — der Zweck der Pflicht entfällt. Für Sie heißt das je nach Rolle:
- Als Empfänger: Sie dürfen eine Rechnung in einem gültigen Profil verlangen. Am schnellsten geht es mit einer präzisen Ansage: „Ihre Datei kommt als ZUGFeRD MINIMUM ohne Rechnungspositionen; bitte mindestens BASIC oder EN 16931.“ Oft ist es nur ein Häkchen in dessen Software.
- Als Aussteller: Prüfen Sie, welches Profil Ihre Software tatsächlich erzeugt — nicht, welches sie bewirbt. Der Unterschied fällt monatelang niemandem auf, bis ein Kunde mit automatisiertem Eingang ablehnt.
Profil in Sekunden feststellen
Ziehen Sie die Datei auf die Startseite: Angezeigt wird das erkannte Profil im Klartext — etwa „ZUGFeRD/Factur-X EN 16931 (COMFORT)“, „ZUGFeRD/Factur-X BASIC WL (keine Positionen — nicht EN-16931-konform)“ oder „MINIMUM (keine vollwertige E-Rechnung!)“ — zusammen mit den verletzten Regeln in verständlicher Form. Alles läuft in Ihrem Browser; es gibt keinen Server, der die Rechnung sieht.
Selbst ein gültiges Profil erzeugen
Wenn Ihre Software kein taugliches Profil ausgibt, können Sie die Rechnung hier aus dem bestehenden PDF in eine gültige E-Rechnung umwandeln: mit Positionen, korrekter Steueraufschlüsselung und — sofern eine Leitweg-ID angegeben ist — automatisch im Profil XRechnung statt im B2B-Profil. Das Ergebnis wird gegen den amtlichen KoSIT-Validator getestet.
Häufige Fragen
Mein Steuerberater akzeptiert MINIMUM — reicht das nicht?
Für die interne Verarbeitung mag es genügen; die Frage ist die umsatzsteuerliche Wirksamkeit der Rechnung. Da MINIMUM die Anforderungen an eine strukturierte E-Rechnung nicht erfüllt, ist die saubere Lösung ein gültiges Profil. Im Einzelfall klärt das Ihr Steuerberater.
Woran erkenne ich das Profil ohne Werkzeug?
Im XML steht es in der Kennung der Spezifikation (CustomizationID bzw. GuidelineSpecifiedDocumentContextParameter). Lesbar ist das nur mit Mühe — genau deshalb zeigt der Viewer es im Klartext an.
Stand: Juli 2026. Allgemeine Erläuterung der Profil-Unterschiede, keine steuerliche Beratung im Einzelfall.